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Gute Geigen sind sensibel und reagieren auch auf kleinste Veränderungen in ihrem ausgewogenen System mit Störungen. Erfahrung und Feingefühl sind nötig, um tonliche Blockierungen zu lösen. Dabei spielen auch die klangästhetischen Vorstellungen des Geigenbauers eine entscheidende Rolle. Bei Reparaturen und Restaurationen sind außer handwerklicher Genauigkeit Stilempfinden, Einfühlungsvermögen und Achtung vor der Arbeit des Erbauers unerlässlich. Das betrifft sowohl die Arbeiten am Holz wie auch die am Lack.
Immer wieder kommt es im Werkstattalltag vor, dass mir Instrumente vorgestellt werden, die meisterhaft in ihrer Bauweise sind, aber durch die nicht optimale Einstellung von Stimme und Steg in ihren augenblicklichen Klangeigenschaften nicht befriedigen. Da ist natürlich Hilfe möglich und der Erfolg oftmals verblüffend.
Bei den hohen Anforderungen des Musikeralltags während der Ausbildung und in der Orchesterpraxis ist eine regelmäßige Durchsicht Ihres Instrumentes beim Geigenbauer zu empfehlen. Auch kleine Schäden, nicht beachtet, können erhebliche Folgen für die Leistungsfähigkeit und den Wert Ihrer Geige, Bratsche oder Ihres Cellos haben.
Beispiele meiner Arbeit
Diese Geige aus dem 18. Jahrhundert wurde nach einer langen Zeit des Vergessenseins von Geigenliebhabern entdeckt. Nässe hatte die Leimungen gelöst, der Holzwurm seine Arbeit getan. Holzrisse waren entstanden und einige Teile fehlten ganz. Die Besitzer entschlossen sich, das alte Erbstück zu erhalten. Inzwischen klingt die Geige wieder und wird noch vielen Generationen Freude bringen können.
Bei einer so umfangreichen Reparatur muss natürlich das Verhältnis von Kosten und dem realen oder ideellen Wert des Instrumentes in Betracht gezogen werden.
Dieses Nürnberger Meistercello aus dem 18. Jahrhundert befand sich in einem sehr schlechten Zustand. Es wird nach umfangreicher Restaurierung nun als Barockcello gespielt.